Süd-Afrika

Die Süd Afrikaner hatten lange Zeit ein großes Interesse an Sportwagen, insbesondere an den im Lande produzierten Sportwagen. Fahrzeuge wie der Protea, GSM Flamingo, Dart, Puma und nicht zuletzt die Cobra machten diese Träume für viele Sportwagenenthusiasten wahr. Ein paar dieser Fahrzeuge könnten als echte im Lande produzierte Serienfahrzeuge bezeichnet werden. Die Flamingos und Darts waren bereits nahe dran, aber nur ein Fahrzeug erfüllte alle Anforderungen wie Heizung, Lüftung und abschließbare Türen, dies war der Puma GT.

Ab 1973 erfolgte auf Initiative des Süd Afrikanischen Geschäftsmanns Vic Borcherds die Lizenzfertigung in Durban. Während einer Brasilienreise lernte er den Puma kennen und spontan entstand die Geschäftsidee, den Puma nach Süd Afrika zu holen. Er importierte einen goldfarbenen Puma, um den Markt zu testen. Leider war die Qualität der brasilianischen Reifen so schlecht, dass er während eines heftigen Regens die Kontrolle verlor und den Wagen um eine Leitplanke wickelte. Es ist nicht klar, ob er weitere Fahrzeuge importierte.

Damals war die Süd Afrikanische Währung, der „Rand“, relativ stark. Der Import des Puma GT 1600 war somit zumindest anfangs sehr günstig. Dieses Unternehmen erforderte allerdings einigen technischen Aufwand und enthusiastischen Einsatz. Der Puma wurde in Brasilien auf Basis des VW Karmann Ghia produziert, und Volkswagen lieferte die dafür benötigten Teile ohne weitere Auflagen. In Süd Afrika war die Situation ganz anders: Der Karmann Ghia war dort nicht erhältlich. Daher war auch keine Teileversorgung durch Volkswagen möglich. Zur Unterstützung der Aktivitäten in Süd Afrika fertigte man in Brasilien ein paar rechtsgelenkte Prototypen auf Basis des VW Käfer als Baumuster für die Kollegen von Bromer Motor Assemblies (146 Shepstone Road, New Germany, Natal).

Es wurde ein rechts gesteuerter Käfer nach Brasilien geschickt, um mit dem vorhandenen Know-how der Puma Ingenieure die Formen und die Technik anzupassen. Einige Monate später kam der Wagen im Hafen von Durban an. Vic Borcherds nahm den ersten rechtsgelenkten, leuchtend blau metallic farbenen Puma im Hafen von Durban in Empfang. Auf dem Heimweg zeigten sich bereits Probleme mit den Bremsen. Es wurde ein neuer Satz Dunlop Sportreifen aufgezogen, aber das Problem war damit nicht vollständig aus der Welt geschafft.

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Es gibt noch noch zwei weitere Berichte:

Der Puma in Süd-Afrika I

Der Puma in Süd-Afrika II